01.12.2013

Newsletter Dec 2013

Am 22. Novem­ber 2013 berich­te­te der EU Obser­ver von einem Urteil des Euro­päi­schen Gerichts­hofs von Anfang des Monats. Das Urteil klärt Aspek­te des euro­päi­schen Asyl­rechts hin­sicht­lich der Asyl­an­trä­ge von homo­se­xu­el­len Schutz­su­chen­den, die aus einem Land geflo­hen sind, in dem Homo­se­xua­li­tät kri­mi­na­li­siert wird. Das Gericht leg­te fest, dass Asyl­su­chen­de nicht gezwun­gen wer­den kön­nen, zurück­zu­keh­ren und ihre Homo­se­xua­li­tät im Her­kunfts­land zu ver­ber­gen oder die­se nur ein­ge­schränkt aus­zu­le­ben. Im Urteil heißt es: „Die Fra­ge, ob von einem Asyl­be­wer­ber erwar­tet wer­den kann, dass er sei­ne Homo­se­xua­li­tät in sei­nem Her­kunfts­land geheim hält oder sich beim Aus­le­ben die­ser sexu­el­len Aus­rich­tung zurück­hält, um eine Ver­fol­gung zu ver­mei­den, ver­neint der Gerichts­hof. Er ist der Ansicht, dass es der Aner­ken­nung eines für die Iden­ti­tät so bedeut­sa­men Merk­mals, dass die Betrof­fe­nen nicht gezwun­gen wer­den soll­ten, auf es zu ver­zich­ten, wider­spricht, wenn von den Mit­glie­dern einer sozia­len Grup­pe, die die glei­che sexu­el­le Aus­rich­tung haben, ver­langt wird, dass sie die­se Aus­rich­tung geheim hal­ten. Daher kann, so der Gerichts­hof, nicht erwar­tet wer­den, dass ein Asyl­be­wer­ber sei­ne Homo­se­xua­li­tät in sei­nem Her­kunfts­land geheim hält, um eine Ver­fol­gung zu ver­mei­den.“ Dem Arti­kel des EU Obser­vers zufol­ge ris­kie­ren Homo­se­xu­el­le der­zeit in 76 Län­dern straf­recht­li­che Ver­fol­gung auf­grund ihrer sexu­el­len Ori­en­tie­rung.

http://euobserver.com/opinion/122158