Der offen­bar unver­meid­li­che Talk­show-Dau­er­gast und Poli­zei­ge­werk­schafts­dar­stel­ler Rai­ner Wendt hat wie­der ein­mal sei­ne Auf­fas­sung vom Rechts­staat deut­lich gemacht und die Bild-Zei­tung auf eine „regel­rech­te Abschie­bungs­ver­hin­de­rungs­in­dus­trie“ auf­merk­sam gemacht. Fin­di­ge Anwäl­te und Orga­ni­sa­tio­nen wie PRO ASYL wür­den die recht­mä­ßi­ge Rück­füh­rung abge­lehn­ter Asyl­be­wer­ber sys­te­ma­tisch ver­hin­dern und das müs­se sich drin­gend ändern. Wer sich über Rai­ner Wendt auf­re­gen woll­te, wür­de in die­sem Leben zu sonst wenig ande­rem noch Zeit fin­den. Dass den­noch Men­schen den Auf­wand betrei­ben, sich mit der kru­den Recht­staats­in­ter­pre­ta­ti­on von Herrn Wendt aus­ein­an­der­zu­set­zen, ist erfreu­lich. Bei Tele­po­lis hat man sich am 30.9.2016 des Man­nes ange­nom­men und dabei auch einen offe­nen Brief der Bun­des­rechts­an­walts­kam­mer und des Deut­schen Anwalt­ver­eins aus­führ­lich zitiert. Auch in der ANA-ZAR Nr. 4/2016 hat sich Rechts­an­walt Rai­ner M. Hoff­mann den Mann zum als­bal­di­gen Ver­zehr zurecht­ge­legt, fühl­te sich aller­dings zudem belei­digt, als Ange­hö­ri­ger eines frei­en Beru­fes in der Abschie­bungs­ver­hin­de­rungs­in­dus­trie ver­or­tet zu wer­den. Die­ses Sta­tus­pro­blem haben wir von PRO ASYL eher weni­ger, wird uns doch die­ser pro­le­ta­ri­sche Touch von Blau­mann, schweiß­trei­ben­der Arbeit an den schnell­lau­fen­den För­der­bän­dern der Abschie­bungs­ver­hin­de­rungs­stra­ße und gesund­heits­schäd­li­chen Arbeits­be­din­gun­gen immer wie­der ein­fach abge­spro­chen. Da ist es gut, wenn einer, der im Knä­cke­brot-Berg­werk des deut­schen Poli­zei­diens­tes groß gewor­den ist, mal die gan­ze Wahr­heit in der Bild-Zei­tung her­aus­lässt. Dass der Mann ein par­ti­ell gestör­tes Ver­hält­nis zum Rechts­staat hat, haben ihm ja nun ande­re attes­tiert. Am liebs­ten wür­de man es mal von der seriö­se­ren Kon­kur­renz der Gewerk­schaft der Poli­zei hören. Denn die Gleich­set­zung von Rai­ner Wendt und der deut­schen Poli­zei wäre ja nun wirk­lich fatal.

Alle Beiträge von Fachpolitischer Newsletter N° 229 ansehen