01.09.2013

Newsletter Sep 2013

Gegen die deut­schen obrig­keits­staat­li­chen Tra­di­tio­nen hat sich das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt mit einer Ent­schei­dung vom 24. Juli 2013 gewandt und das Straf­ur­teil gegen Mit­ar­bei­ter des Flücht­lings­ra­tes Bran­den­burg auf­ge­ho­ben. Der vom Flücht­lings­rat der Stadt Bran­den­burg an der Havel öffent­lich zuge­stell­te „Denk­zet­tel für struk­tu­rel­len und sys­tem­in­ter­nen Ras­sis­mus“ an das Rechts­amt der Stadt Bran­den­burg a.d.H. fällt unter das Grund­recht auf Mei­nungs­frei­heit. Der Flücht­lings­rat hat­te eine Mit­ar­bei­te­rin des Rechts­am­tes der Stadt Bran­den­burg unter Namens­nen­nung mas­siv kri­ti­siert. Im März 2012 wur­den zwei Mit­ar­bei­ter des­halb wegen übler Nach­re­de zu einer Geld­stra­fe ver­ur­teilt. Die ein­ge­leg­te Beru­fung wur­de nicht zur Ent­schei­dung ange­nom­men. Des­halb war Karls­ru­he am Zuge. Gera­de das Recht, behörd­li­che Maß­nah­men ohne Furcht vor staat­li­chen Sank­tio­nen auch scharf kri­ti­sie­ren zu kön­nen, gehö­re zum Kern­be­reich der Mei­nungs­frei­heit. Wie der repu­bli­ka­ni­sche Anwäl­tin­nen- und Anwäl­te­ver­ein und der Flücht­lings­rat Bran­den­burg in einer gemein­sa­men Pres­se­mit­tei­lung vom 9. August 2013 erklä­ren, füh­len bei­de Orga­ni­sa­tio­nen sich durch das Urteil gestärkt, wenn sie mit staat­li­chem Ras­sis­mus kon­fron­tiert wer­den. Sie bezie­hen sich dabei auf das Bei­spiel öffent­lich bekannt gewor­de­ner Äuße­run­gen der Rich­te­rin Pet­zoldt am Amts­ge­richt Eisen­hüt­ten­stadt.