01.08.2014

Newsletter Aug 2014

Das Vor­ha­ben der Bun­des­re­gie­rung, Ser­bi­en, Maze­do­ni­en sowie Bos­ni­en-Her­ze­go­wi­na asyl­recht­lich als siche­re Her­kunfts­län­der ein­zu­stu­fen, erfuhr im Bun­des­tag neben eini­ger Unter­stüt­zung auch viel Kri­tik. Der Prä­si­dent des Bun­des­am­tes für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge, Man­fred Schmidt, ver­wies auf die mehr als 100.000 anhän­gi­gen Asyl­ver­fah­ren. Die Ver­fah­ren der Antrag­stel­ler aus den drei West­bal­kan­staa­ten wür­den Res­sour­cen des Amtes bei einer rela­tiv gerin­gen Schutz­quo­te bin­den. Man habe des­halb nicht die Zeit, sich um die Fäl­le zu küm­mern, die tat­säch­lich des Schut­zes bedür­fen. Dr. Karin Warin­go warf dem Ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung vor, die gesell­schaft­li­che Dis­kri­mi­nie­rung der Roma wer­de igno­riert oder ver­harm­lost. Für die Mehr­heit der Roma gebe es kein Ent­kom­men aus dem nahe­zu voll­kom­me­nen gesell­schaft­li­chen Aus­schluss und das sei unter dem Gesichts­punkt der Asyl­re­le­vanz indi­vi­du­ell ins Auge zu fas­sen. Es gebe in allen drei Staa­ten gra­vie­ren­de poli­ti­sche und sozia­le Span­nun­gen, die zum Teil eth­nisch über­la­gert sei­en. Rein­hard Marx ver­wies dar­auf, dass die Lis­tung von drei wei­te­ren Staa­ten als sicher mit Uni­ons­recht nicht ver­ein­bar sei. Von der EU wür­den auch schwer­wie­gen­de Dis­kri­mi­nie­run­gen, soweit sie kumu­la­tiv auf­tre­ten, als Merk­mal für eine Ver­fol­gung aner­kannt. Dies sei bei den Prüf­kri­te­ri­en für die Lis­tung von Her­kunfts­staa­ten als sicher zu berück­sich­ti­gen. Alle Stel­lung­nah­men sind als Aus­schuss­druck­sa­che ver­füg­bar.