Die Wartezeit von Asylsuchenden, bis sie endlich einen förmlichen Asylantrag stellen können, ist immer noch lang. Dies ergibt sich aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Anfrage der Bundestagsabgeordneten Ulla Jelpke (Die Linke). Demnach betrug diese Wartezeit vor der Asylantragstellung im ersten Halbjahr 2016 5,1 Monate, bei Antragstellung im Juli 2016 überraschenderweise sogar 7,3 Monate. Die Bundesregierung hat dies relativiert, weil auch Fälle in die Statistik eingehen, in denen es keinen zeitlichen Zusammenhang zwischen Einreise und Asylantragstellung gibt, etwa wenn jemand mit einem Touristenvisum eingereist ist. Den Erfahrungen von Flüchtlingen, ihren Unterstützern und Anwälten aber entsprechen diese Wartezeiten durchaus. Dennoch dürfte die immer noch lange Durchschnittsdauer vorrangig auf die späte Abarbeitung des Rückstandes der im letzten Jahr ins Land Gekommenen zurückgehen.

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