Die Bun­des­re­gie­rung hat am 17.5.2016 eine Klei­ne Anfra­ge der Bun­des­tags­frak­ti­on Bünd­nis 90/Die Grü­nen zur „Qua­li­täts­si­che­rung bei der Über­set­zung der Asyl­an­hö­run­gen im Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge“ beant­wor­tet (BT-Druck­sa­chen 18/8309, 18/8509). Es tut sich mit den Ant­wor­ten der Bun­des­re­gie­rung ein Abgrund an Dilet­tan­tis­mus auf, so PRO ASYL in einer kom­men­tie­ren­den Pres­se­er­klä­rung vom 20.5.2016. Schlecht bezahlt, kei­ne Fort­bil­dung, kei­ne Kon­trol­le – das ist die Rea­li­tät. Es fehlt an qua­li­fi­zier­ten Dol­met­schern selbst für die­je­ni­gen Spra­chen, wo eine gro­ße Dia­spo­ra seit Jahr­zehn­ten in Deutsch­land lebt, was die Bun­des­re­gie­rung in gera­de­zu absur­der Wei­se falsch dar­stellt. Gar nicht Gegen­stand der Anfra­ge waren die All­tags­pro­ble­me mit Dol­met­schern, über die Asyl­su­chen­de nach ihrer Anhö­rung beim Bun­des­amt immer wie­der berich­ten: Offen­sicht­lich poli­tisch vor­ein­ge­nom­me­ne Dol­met­scher, Fehl­über­set­zun­gen und, ins­be­son­de­re im Fal­le von eri­trei­schen Flücht­lin­gen, Aus­übung von Druck auf die Asyl­an­trag­stel­ler, bestimm­te Sach­ver­hal­te nicht oder nur in bestimm­ter Wei­se zu äußern.

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