01.09.2011

Newsletter Sep 2011

Die Bun­des­re­gie­rung hat am 29. Juli 2011 eine Klei­ne Anfra­ge der SPD-Frak­ti­on zu „Kli­ma­wan­del und Migra­ti­on“ behan­delt (BT-Druck­sa­chen 17/6518 und 17/6737). Die Pro­blem­be­schrei­bung ist über­ra­schend dif­fe­ren­ziert, so z.B. die Dar­stel­lung der der­zei­ti­gen Rechts­la­ge für poten­ti­ell Betrof­fe­ne von kli­ma­be­ding­ter Migra­ti­on. Der Bun­des­re­gie­rung ist zuzu­stim­men hin­sicht­lich der Fest­stel­lung, dass nicht von einer ein­fa­chen Ursa­che-Wir­kungs-Ket­te aus­ge­gan­gen wer­den kann. Die Bun­des­re­gie­rung ist sich bewusst, so hieß es, dass das gel­ten­de Völ­ker­recht eine Viel­zahl staat­li­cher Ver­pflich­tun­gen bereit­hält, die für die Bewäl­ti­gung von kli­ma­in­du­zier­ter Migra­ti­on her­an­ge­zo­gen wer­den könn­ten. Die­se sei­en jedoch in den ver­schie­de­nen Berei­chen des Völ­ker­rechts zer­streut und regel­mä­ßig auch mit einem ande­ren Zweck als der Erfas­sung der Kli­ma­mi­gra­ti­on erlas­sen wor­den. Es bedür­fe des­halb eines Dia­logs über ein­zel­ne Aspek­te und Rege­lungs­lü­cken im Völ­ker­recht, die in Ergän­zung zu bestehen­den Schutz­nor­men Stan­dards in dem Umgang mit kli­ma­be­ding­ter Migra­ti­on fest­le­gen.
In der Ant­wort auf Fra­ge 17 stellt die Bun­des­re­gie­rung dar, wel­che Mit­tel aktu­ell aus dem Haus­halt des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für wirt­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit und Ent­wick­lung für Berei­che zur Ver­fü­gung gestellt wer­den, die mög­li­cher­wei­se kli­mare­le­vant sind. Ange­sichts der Mul­tik­au­sa­li­tät von kli­ma­in­du­zier­ter Migra­ti­on sei eine wei­te­re Auf­schlüs­se­lung die­ser Beträ­ge in die­ser Rich­tung nicht mög­lich.
Gro­ße Stü­cke hält die Bun­des­re­gie­rung auf den Mit­tel­meer­so­lar­plan (MSP), der die Rah­men­be­din­gun­gen für eine dau­er­haf­te Koope­ra­ti­on mit den Län­dern Nord­afri­kas im Bereich der erneu­er­ba­ren Ener­gi­en legen soll. Das Deser­tec-Groß­pro­jekt wird offen­bar als die eier­le­gen­de Woll­milch­sau der Koope­ra­ti­on mit Nord­afri­ka gese­hen. Dass dies zur Sta­bi­li­sie­rung der Län­der Nord­afri­kas und mit­tel­bar zur Redu­zie­rung der Migra­ti­on aus Nord­afri­ka und Euro­pa bei­tra­gen kön­ne, muss man einst­wei­len mit einem Fra­ge­zei­chen ver­se­hen. Ange­sichts des Wan­dels in Nord­afri­ka ist es jedoch spä­tes­tens jetzt an der Zeit, sich mit den Rah­men­be­din­gun­gen des Pro­jekts und den Inter­es­sen­la­gen der Bevöl­ke­rung der nord­afri­ka­ni­schen Staa­ten zu beschäf­ti­gen.