Die Fun­da­men­tal­kri­tik des luxem­bur­gi­schen Außen­mi­nis­ters Assel­born an Ungarn wür­de man auch gern der Bun­des­re­gie­rung ent­ge­gen­hal­ten, die die Zu- und Miss­stän­de im unga­ri­schen Asyl­sys­tem nach wie vor baga­tel­li­siert. Dies ergibt sich aus der Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf eine Klei­ne Anfra­ge der Bun­des­tags­frak­ti­on Die Lin­ke (BT-Druck­sa­chen 18/9338, 18/9505), in der nach der Rück­über­stel­lungs­pra­xis nach Ungarn gefragt wird. Ein sys­te­mi­sches Ver­sa­gen bei Asyl­ver­fah­ren wie Auf­nah­me­be­din­gun­gen in Ungarn sei trotz vor­han­de­ner Defi­zi­te nicht ersicht­lich. Die Mög­lich­keit der Inhaft­nah­me stel­le kei­nen sys­te­mi­schen Man­gel im Asyl­ver­fah­ren dar. UNHCR habe bis­lang kei­ne sys­te­mi­schen Män­gel bei Ver­fah­ren und Auf­nah­me­be­din­gun­gen fest­ge­stellt. Immer­hin zeigt die Pra­xis, dass deut­sche Ver­wal­tungs­ge­rich­te die Ver­hält­nis­se bei ihren Ent­schei­dun­gen über anste­hen­de Dub­lin-Über­stel­lun­gen nach Ungarn oft sehr kri­tisch sehen.

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