01.09.2011

Newsletter Sep 2011

Auf eine Klei­ne Anfra­ge der Bun­des­tags­frak­ti­on Die Lin­ke hin hat die Bun­des­re­gie­rung „Ergän­zen­de Infor­ma­tio­nen zur Asyl­sta­tis­tik für das zwei­te Quar­tal 2011“ am 18. August 2011 gelie­fert (BT-Druck­sa­chen 17/6753 und 17/6810). Die Ant­wort ent­hält u.a. die aktu­ells­ten Anga­ben zur durch­schnitt­li­chen Ver­fah­rens­dau­er bis zur behörd­li­chen bzw. bis zur rechts­kräf­ti­gen Ent­schei­dung eines Gerich­tes, auf­ge­schlüs­selt nach ein­zel­nen Her­kunfts­staa­ten. Die Anga­ben zu den Gesamt­schutz­quo­ten sind vor dem Hin­ter­grund quar­tals­mä­ßi­ger Erfas­sung nur begrenzt ver­wend­bar, denn sie kön­nen sich durch Effek­te wie z.B. die kurz­fris­ti­ge Prio­ri­sie­rung bestimm­ter Her­kunfts­staa­ten und Fall­kon­stel­la­tio­nen ändern. Auf­fäl­lig ist die extrem hohe Quo­te der ein­ge­lei­te­ten Wider­rufs­prüf­ver­fah­ren, bei denen schließ­lich kein Wider­ruf / kei­ne Rück­nah­me erfolg­te (95,6%). Wider­rufs­ver­fah­ren sind im Wesent­li­chen büro­kra­ti­sche Selbst­läu­fer mit dün­nen Ergeb­nis­sen – gesetz­lich ver­ord­ne­te Beschäf­ti­gungs­the­ra­pie. Gefragt nach der Recht­fer­ti­gung einer hohen Zahl von Wider­ru­fen bei tür­ki­schen Schutz­be­rech­tig­ten, die nur in 18% der Fäl­le von Gerich­ten bestä­tigt wer­den, begrün­det die Bun­des­re­gie­rung trot­zig die Wei­ter­füh­rung der Pra­xis: „Die Erfolgs­quo­te vor Gericht ist nicht allein aus­schlag­ge­bend für eine Ent­schei­dungs­pra­xis, zumal die Ent­schei­dungs­pra­xis der Gerich­te nicht ein­heit­lich ist.“ In der Ant­wort auf die Fra­ge 6) fin­det sich die tabel­la­ri­sche Über­sicht zu den Asyl­an­trä­gen Min­der­jäh­ri­ger.