01.11.2011

Newsletter Nov 2011

Die Bun­des­re­gie­rung hat am 4. Okto­ber 2011 eine Klei­ne Anfra­ge der Bun­des­tags­frak­ti­on Die Lin­ke zur „Situa­ti­on der sub­sa­ha­ri­schen Flücht­lin­ge in Liby­en und Tune­si­en“ beant­wor­tet (BT-Druck­sa­che 17/6991 und BT-Druck­sa­che 17/7270). Die Ant­wort macht die Kon­ti­nui­tät der EU-Flücht­lings­po­li­tik deut­lich, die auch nach den poli­ti­schen Ver­än­de­run­gen durch den ara­bi­schen Früh­ling wei­ter­macht wie bis­her – mit dem Ver­such, die nord­afri­ka­ni­schen Staa­ten in die Migra­ti­ons­kon­trol­le, in Abschie­bungs­po­li­ti­ken gegen­über Flücht­lin­gen und in das Out­sour­cing der flücht­lings­recht­li­chen Ver­ant­wort­lich­keit ein­zu­bin­den. Bereits Ende Mai hat­te die EU-Kom­mis­si­on die Durch­füh­rung eines regio­na­len Schutz­pro­gramms in Nord­afri­ka vor­ge­schla­gen, mit dem Ver­wal­tungs­ka­pa­zi­tä­ten vor Ort geschaf­fen wer­den sol­len. Eben­falls seit Mai hat der Exe­ku­tiv­di­rek­tor der euro­päi­schen Grenz­schutz­agen­tur FRONTEX das Man­dat, ein Arbeits­über­ein­kom­men mit Tune­si­en zu ver­han­deln, das dem FRON­TEX-Ver­wal­tungs­rat vor­ge­legt wer­den könn­te. Tune­si­en, Marok­ko und Ägyp­ten sol­len künf­tig in Mobi­li­täts­part­ner­schaf­ten ein­be­zo­gen wer­den, wobei unter die­sem Stich­wort in den ver­gan­ge­nen Jah­ren über­wie­gend hei­ße Luft als Gegen­leis­tung für die Will­fäh­rig­keit nord­afri­ka­ni­scher Staa­ten bei der Abdrän­gung von Flücht­lin­gen ver­spro­chen wur­de. Die extrem pro­ble­ma­ti­sche Situa­ti­on der in den nord­afri­ka­ni­schen Staa­ten gestran­de­ten Flücht­lin­ge aus sub­sa­ha­ri­schen Staa­ten sowie die Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen gegen­über Arbeits­mi­gran­ten in Liby­en räumt die Bun­des­re­gie­rung ein, ohne adäquat auf die Pro­ble­me zu reagie­ren und etwa Resett­le­ment­plät­ze anzu­bie­ten. Von 5.300 regis­trier­ten Flücht­lin­gen in Tune­si­en und Liby­en hat UNHCR etwa 2.400 für sol­che Neu­an­sied­lungs­pro­gram­me in Dritt­staa­ten vor­ge­schla­gen. Die Zahl der Auf­nah­me­zu­sa­gen ist bedrü­ckend nied­rig. Bis­lang sind weni­ger als 300 Auf­nah­me­zu­sa­gen aus sie­ben EU-Staa­ten zustan­de gekom­men.