01.07.2012

Newsletter Jul 2012

Bul­ga­ri­en, EU-Mit­glied und Dub­lin-II-Ver­trags­staat, inhaf­tiert Flücht­lin­ge regel­mä­ßig. Sie wer­den dar­an gehin­dert, das Land in Rich­tung West­eu­ro­pa zu ver­las­sen. Wer bei dem Ver­such erwischt wird, die bul­ga­ri­schen Gren­zen ohne gül­ti­ges Visum zu über­schrei­ten, muss mit Geld- oder Frei­heits­stra­fen rech­nen. Ein Video infor­miert über das bul­ga­ri­sche Sys­tem der Abschre­ckung von Flücht­lin­gen. Getrof­fen wer­den auch syri­sche Flücht­lin­ge. In Bul­ga­ri­en besteht nach Aus­sa­gen von UNHCR der­zeit ein infor­mel­ler Abschie­be­stopp für syri­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge. Kei­ner der im letz­ten Jahr regis­trier­ten 85 Syrer/innen hat bis­lang einen Flücht­lings­sta­tus erhal­ten, 5 Per­so­nen erhiel­ten sub­si­diä­ren Schutz. Die bul­ga­ri­schen Zustän­de mach­ten deut­lich, wel­chen Sinn die aktu­el­len Bestre­bun­gen hät­ten, die EU-Auf­nah­me­richt­li­nie so zu ändern, dass eine Inhaf­tie­rung von Asyl­su­chen­den regel­mä­ßig zuläs­sig ist, so Kai Weber vom nie­der­säch­si­schen Flücht­lings­rat. Statt Bul­ga­ri­en, Mal­ta, Grie­chen­land und ande­re regel­mä­ßig inhaf­tie­ren­de Staa­ten wegen Ver­sto­ßes gegen die Auf­nah­me­richt­li­nie zu rügen und Abschie­bun­gen dort­hin aus­zu­set­zen, wer­de die Inhaf­tie­rungs­pra­xis kur­zer­hand zum all­ge­mei­nen EU-Min­dest­stan­dard erklärt.