Das Belgrade Centre of Human Rights  veröffentlichte am 13. November 2015 den Bericht „Safe Passage“. Die Menschenrechtsorganisation hatte zahlreiche Zeugenaussagen von Flüchtlingen dokumentiert, die von Gewalt und Misshandlungen durch die bulgarische Polizei berichten. Unter den Betroffenen waren auch unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Die Schutzsuchenden waren von Bulgarien aus nach Serbien gelangt, wo ihre Aussagen und Berichte im serbischen Grenzort Dimitrovgrad von MitarbeiterInnen des Belgrader Menschenrechtszentrums zwischen dem 20. und dem 22. Oktober 2015 dokumentiert wurden. Insgesamt wurden 110 Interviews mit Flüchtlingen aus Afghanistan, Syrien und dem Irak geführt. Außer diejenigen, die keinerlei Kontakt mit Polizeibeamten in Bulgarien hatten, berichteten alle befragten Schutzsuchenden von physischer Gewalt und Misshandlungen durch Beamte. Einige berichteten, von Polizeihunden attackiert oder mit der Abschiebung in ihr Herkunftsland bedroht worden zu sein. Die meisten der geschilderten Vorfälle ereigneten sich an der bulgarisch-türkischen Grenze, aber auch an der Grenze zwischen Serbien und Bulgarien. Einige Flüchtlinge waren in geschlossenen Zentren in Sofia, Vrazhdebna oder Busmantsi inhaftiert worden, wo sie von Misshandlungen durch die Polizei und das Lagerpersonal berichteten. Täglich überqueren rund 200 Menschen die Grenze nahe Dimitrovgrad.

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