Die Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (BAfF) hat im September Bilanz gezogen: „Ein Jahr nach dem ‚Sommer der Solidarität‘ – Was bewegte sich?“. Zwischen praktischer Unterstützungsarbeit und politischer Verantwortung bewege man sich mit der Ehrenamtlichkeit in der psychosozialen Arbeit mit Geflüchteten. Es sei nach wie vor so, dass bestehende Mängel eher verwaltet würden, anstatt dass man sie auf struktureller Ebene behebe. In vielen Gebieten Deutschlands würden Ehrenamtliche selbst im Bereich der Grundversorgung eingesetzt und von staatlicher Seite mit dem Engagement fest gerechnet. Parallelstrukturen zur regulären Gesundheitsversorgung in Form von Nothilfen. Damit einher gehe es, dass fachkundige und leistungsrechtlich verankerte Versorgungsleistungen zum Akt der Nächstenliebe und Leistungsberechtigte zu Almosenempfänger*innen würden. Es gehe um nicht mehr oder nicht weniger als die Repolitisierung der sozialen Frage. Das Papier der BAfF geht insbesondere kritisch ein auf die Tendenz zu Traumatherapie light, dem Einsatz von sogenannten Laientherapeut*innen, der Entwicklung von Selbsthilfe Apps, mit denen klar geregelte und festgelegte berufliche Standards zumeist unterlaufen würden.

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