Ein Bericht von Human Rights Watch hat am 6.7.2016 deutlich gemacht, was passiert, wenn Flüchtlinge auf dem Mittelmeer von der libyschen Küstenwache abgefangen und in libysche Lager eingesperrt werden. Dort nämlich werden Flüchtlinge willkürlich gefoltert, vergewaltigt, ermordet. HRW hat in seinem Bericht „EU/NATO: Europe’s Plan Endangers Foreigners in Libya“ 47 Flüchtlinge interviewt, denen es gelungen ist, Sizilien zu erreichen. Die Interviewten schilderten schwere Menschenrechtsverletzungen in Libyen, die sie erlebt hatten. Begangen wurden sie von Regierungspersonal, Schmugglern, Milizen und kriminellen Banden. Es gibt auch mehrere Flüchtlingslager, die vom Department for Combating Illegal Migration (DCIM) des libyschen Innenministeriums betrieben werden. Dieses Ministerium steht nominell unter der Kontrolle der UN-unterstützten und EU-anerkannten nationalen Einheitsregierung, einer der drei miteinander rivalisierenden Kräfte in Libyen. Es soll etwa 20 Flüchtlingslager geben mit etwa 3.500 Insassen, darüber eine Vielzahl nicht offizieller Hafteinrichtungen in den Händen von Milizen und Menschenschmugglern.

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