01.06.2013

Newsletter Jun 2013

Amnes­ty Inter­na­tio­nal kri­ti­siert in sei­nem am 23. Mai 2013 ver­öf­fent­lich­ten Jah­res­be­richt die euro­päi­sche Flücht­lings- und Migra­ti­ons­po­li­tik mit deut­li­chen Wor­ten. Die EU errich­te Grenz­kon­trol­len, die das Leben von Migran­tIn­nen und Asyl­su­chen­den gefähr­den und die Sicher­heit der­je­ni­gen, die vor Kon­flik­ten und Ver­fol­gung flie­hen, nicht garan­tie­ren, so die Orga­ni­sa­ti­on. Ins­be­son­de­re das Abkom­men zur Migra­ti­ons­kon­trol­le zwi­schen Ita­li­en und Liby­en von letz­tem Jahr wird in dem Bericht kri­ti­siert. Wäh­rend Liby­en sich ver­pflich­tet habe, die Grenz­kon­trol­len zu ver­stär­ken, um Flücht­lin­ge und Migran­tIn­nen an der Wei­ter­rei­se zu hin­dern und Ita­li­en Aus­rüs­tung und Aus­bil­dung bereit­stel­le zur effek­ti­ve­ren Über­wa­chung, sei­en men­schen­recht­li­che Bestim­mun­gen in dem Abkom­men nicht ent­hal­ten. Der Bericht hält wei­ter fest, dass auch 2012 Schutz­su­chen­de mit enor­men Schwie­rig­kei­ten kon­fron­tiert waren, um einen Asyl­an­trag in Grie­chen­land zu stel­len und häu­fig unter mise­ra­blen Bedin­gun­gen inhaf­tiert wur­den. Wäh­rend­des­sen sei zudem die ras­sis­tisch moti­vier­te Gewalt im Land eska­liert. Der Bericht kri­ti­siert des Wei­te­ren, dass Spa­ni­en im Sep­tem­ber 2012 70 Boots­flücht­lin­ge von der spa­ni­schen Insel Isla de Tier­ra nach Marok­ko abschob, ohne den Men­schen Zugang zu einem Asyl­ver­fah­ren zu gewäh­ren. In Ungarn wie­der­um lie­fen die Bedin­gun­gen in Auf­nah­me­zen­tren und der zuneh­men­de Ein­satz admi­nis­tra­ti­ver Haft bei Asyl­su­chen­den inter­na­tio­na­len und EU-Stan­dards ent­ge­gen, so Amnes­ty. Auch die sys­te­ma­ti­sche Inhaf­tie­rung von Schutz­su­chen­den bis zu 18 Mona­te auf Mal­ta ohne Mög­lich­keit Rechts­mit­tel dage­gen ein­zu­le­gen sei äußerst besorg­nis­er­re­gend. Kri­tik erfah­ren auch die deut­schen Behör­den, die 2012 wei­ter Roma, Ash­ka­li und Ägyp­te­rIn­nen in den Koso­vo und Asyl­su­chen­de nach Ungarn abge­scho­ben hat­ten, wo ihnen gra­vie­ren­de Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen dro­hen. Der EU Obser­ver berich­te­te, dass ein Spre­cher der EU Kom­mis­si­on auf den kri­ti­schen Bericht von Amnes­ty Inter­na­tio­nal geant­wor­tet habe, die EU sei stolz auf ihren Umgang mit Asyl­su­chen­den. EU-Mit­glied­staa­ten wür­den tau­sen­den Asyl­su­chen­den jähr­lich Schutz gewäh­ren. Grie­chen­land, so räum­te er ein, “berei­te Sor­gen”. Ver­harm­lo­sun­gen, die in deut­li­chem Wider­spruch zu dem Bericht der Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on ste­hen.

www.amnesty.org/en/annual-report/2013

http://euobserver.com/tickers/120222