Vie­le Flücht­lin­ge ris­kie­ren auf der Flucht ihr Leben oder sit­zen dau­er­haft in Not­un­ter­künf­ten fest. Ab 2008 hat die Save-me-Kam­pa­gne dafür gewor­ben, dass Deutsch­land regel­mä­ßig Schutz­be­dürf­ti­ge nach Deutsch­land holt – mit Erfolg: 2011 hat die Bun­des­re­gie­rung den Ein­stieg in das so genann­te „Resett­le­ment“ von Flücht­lin­gen beschlos­sen, aller­dings bis­lang nur für 500 Per­so­nen jähr­lich.

500

Auf­nah­me­plät­ze sind nicht genug – aber ein Anfang.

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Im Zuge der Save-me-Kam­pa­gne erklär­ten sich über 50 Städ­te und Gemein­den bereit, Flücht­lin­ge auf­zu­neh­men. Kam­pa­gnen­mo­tiv: Save me / UNHCR

Die Save me Kampagne

2008/2009 grün­de­ten sich bun­des­weit zahl­rei­che loka­le Save me Ini­ta­ti­ven, um vor Ort für die Auf­nah­me von Flücht­lin­gen zu wer­ben.

Inner­halb von drei Jah­ren haben die Save me Initia­ti­ven es geschafft, dass über 50 Städ­te und Gemein­den sich per Rats­be­schluss zur akti­ven Auf­nah­me von Flücht­lin­gen bereit erklär­ten. Tau­sen­de Save-me-Paten und -Patin­nen stell­ten sich bereit, den Flücht­lin­gen nach ihrer Ankunft zur Sei­te zu ste­hen.

Die Idee der Save me Kam­pa­gne ging auf den Baye­ri­schen Flücht­lings­rat zurück, PRO ASYL beför­der­te die Grün­dung von Save me Initia­ti­ven und unter­stütz­te die Kam­pa­gne auf Bun­des­ebe­ne. Das gemein­sa­me Ziel: Die Betei­li­gung Deutsch­lands am Flücht­lings­auf­nah­me­pro­gramm der Ver­ein­ten Natio­nen (Resett­le­ment). Die Kam­pa­gne wur­de schließ­lich getra­gen von einem brei­ten Bünd­nis aus Wohl­fahrts­ver­bän­den, Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen, Kir­chen, Gewerk­schaf­ten und ande­ren Orga­ni­sa­tio­nen.

Resettlement und humanitäre Aufnahme

Save me hat­te Erfolg: Seit 2012 nimmt die Bun­des­re­pu­blik in Koope­ra­ti­on mit UNHCR regel­mä­ßig Flücht­lin­ge auf, aller­dings sehr weni­ge: Von 2012 bis 2014 waren es 300, seit 2015 rund 500 Men­schen jähr­lich. Eine soli­da­ri­sche Flücht­lings­po­li­tik, die eine rele­van­te Zahl von Flücht­lin­gen auf siche­rem Weg über­nimmt und dau­er­haft inte­griert, ist das noch nicht. Des­halb bleibt die For­de­rung der Save me Kam­pa­gne aktu­ell: Deutsch­land muss dafür sor­gen, dass schutz­be­dürf­ti­ge Flücht­lin­ge auf siche­rem und lega­lem Weg nach Deutsch­land kom­men und hier dau­er­haft in Sicher­heit leben kön­nen.

Ein begrü­ßens­wer­ter Schritt war die Auf­nah­me von 20.000 syri­schen Flücht­lin­gen durch die Bun­des­re­pu­blik 2013–2015 (sowie wei­te­re durch Län­der­pro­gram­me). For­mal fand die­se Auf­nah­me aller­dings nicht im Rah­men von Resett­le­ment statt. Ihr gin­gen eige­ne poli­ti­sche Beschlüs­se vor­aus, für die Auf­nah­me gal­ten beson­de­re Kri­te­ri­en, v.a. ver­wandt­schaft­li­che Bezü­ge zu Deutsch­land. Sol­che Auf­nah­me­ak­tio­nen fin­den unter je neu fest­ge­leg­ten Bedin­gun­gen statt und müs­sen immer wie­der neu erkämpft wer­den. Ab Mit­te 2015 gab es prak­tisch kei­ne rele­van­te akti­ve Auf­nah­me mehr von syri­schen Flücht­lin­gen, obwohl der Krieg in aller Grau­sam­keit andau­ert.

„Save me“ heute

Im Zuge des Erfolgs der Save me Kam­pa­gne und der Not­wen­dig­kei­ten ange­sichts der stark gestie­ge­nen Zahl von Asyl­su­chen­den in Deutsch­land haben sich vie­le Save me Initia­ti­ven auf­ge­löst bzw. sind in „Asyl­in­itia­ti­ven“ auf­ge­gan­gen, ihre Mit­glie­der haben sich meist der prak­ti­schen Flücht­lings­un­ter­stüt­zung vor Ort zuge­wen­det.

Grup­pen, die ihren „Save-me“ Namen noch tra­gen, machen meist viel­fäl­ti­ge Unter­stüt­zungs­ar­beit vor Ort: Aachen, Bad Kreuz­nach, Bonn, Chem­nitz, Darm­stadt, Köln, Kon­stanz, Mainz, Mann­heim, Mün­chen.

Neue Initia­ti­ven bil­de­ten sich im Zuge der gro­ßen Flücht­lings­zah­len 2015 und des Beschlus­ses der Euro­päi­schen Uni­on, Flücht­lin­ge, die zu Hun­dert­tau­sen­den in Ita­li­en und Grie­chen­land gestran­det waren, inner­halb Euro­pas zu ver­tei­len. Von den geplan­ten 160.000 wur­den näm­lich bin­nen eines Jah­res nur ein Bruch­teil tat­säch­lich von ande­ren EU-Staa­ten auf­ge­nom­men: Die EU Staa­ten ver­sa­gen sogar bei ihren eige­nen Ansprü­chen. Die Osna­brü­cker Initia­ti­ve »50 aus Ido­me­ni« wirbt für die Auf­nah­me von 50 Flücht­lin­gen in Osna­brück und gewann auch den Osna­brü­cker Stadt­rat für das Vor­ha­ben. Auch in Wup­per­tal, Mann­heim, Essen oder im Wend­land for­dern Bürger*innen ihre Kom­mu­nen dazu auf, Flücht­lin­ge direkt aus ande­ren Län­dern auf­zu­neh­men.