15.05.2026

Zum Inter­na­tio­na­len Tag der Fami­lie for­dert PRO ASYL die Bun­des­re­gie­rung auf, das Recht auf Fami­li­en­nach­zug end­lich wirk­sam zu gewähr­leis­ten – für sub­si­di­är Schutz­be­rech­tig­te eben­so wie für Men­schen mit zuer­kann­tem Flücht­lings­schutz, deren Rechts­an­spruch in der Pra­xis häu­fig an büro­kra­ti­schen Hür­den scheitert.

„Für vie­le Geflüch­te­te ist das Recht auf Fami­lie längst zu einem lee­ren Ver­spre­chen gewor­den. Jah­re­lan­ge War­te­zei­ten, poli­ti­sche Blo­cka­den und geschlos­se­ne Bot­schaf­ten tren­nen Fami­li­en über Jah­re hin­weg. Dabei ist der Schutz der Fami­lie ein Men­schen­recht. Doch genau die­ses Recht wird für Tau­sen­de Schutz­be­rech­tig­te in Deutsch­land sys­te­ma­tisch aus­ge­höhlt: Kin­der wach­sen ohne ihre Eltern auf, Ehepartner*innen blei­ben über Jah­re hin­weg getrennt – in Angst, Unsi­cher­heit und stän­di­ger Sor­ge umein­an­der“, kri­ti­siert Tareq Alaows, flücht­lings­po­li­ti­scher Spre­cher von PRO ASYL.

Ver­wehr­tes Recht für sub­si­di­är Schutzberechtigte

Für sub­si­di­är Schutz­be­rech­tig­te ist die Situa­ti­on beson­ders dra­ma­tisch: Im Juli 2025 hat die Bun­des­re­gie­rung ihr Recht auf Fami­li­en­nach­zug für zwei Jah­re kom­plett aus­ge­setzt – davon betrof­fen sind auch Fami­li­en, die schon zuvor Anträ­ge gestellt hat­ten und seit Jah­ren auf ein Wie­der­se­hen war­te­ten. Die vor­ge­se­he­nen Aus­nah­men für Här­te­fäl­le sind ein Fei­gen­blatt – in der Pra­xis grei­fen sie fast gar nicht.

Lan­ge War­te­zei­ten und geschlos­se­ne Auslandsvertretungen

Doch selbst aner­kann­te Flücht­lin­ge mit Rechts­an­spruch auf Fami­li­en­nach­zug kön­nen die­ses Recht häu­fig nicht durch­set­zen: Über­lan­ge War­te­zei­ten bei Antrag­stel­lung und Visa­ver­fah­ren an den deut­schen Aus­lands­ver­tre­tun­gen ver­hin­dern oft über Jah­re hin­weg den Nach­zug ihrer Angehörigen.

Beson­ders lang­wie­rig und hür­den­reich ist der­zeit die Situa­ti­on für afgha­ni­sche Fami­lien. Sie müs­sen für ihr Visum­ver­fah­ren auf die Bot­schaf­ten in Paki­stan oder Iran aus­wei­chen. Nach offi­zi­el­len Anga­ben dau­ert es dort schon seit lan­gem über ein Jahr, bis ihr Antrag über­haupt ange­nom­men wird. An PRO ASYL wen­den sich sogar Men­schen, die schon seit über drei Jah­ren auf einen Vor­spra­che­ter­min an der Bot­schaft Tehe­ran war­ten. Seit Anfang des Jah­res ist die­se Aus­lands­ver­tre­tung nun kom­plett und auf unab­seh­ba­re Zeit geschlos­sen. Bis jetzt wur­de den Fami­li­en nicht mit­ge­teilt, wann und wo sie einen Antrag stel­len können.

Recht auf Fami­lie einlösen!

PRO ASYL for­dert die Bun­des­re­gie­rung und das Aus­wär­ti­ge Amt auf, den Fami­li­en­nach­zug für sub­si­di­är Schutz­be­rech­tig­te wie­der auf­zu­neh­men. Zudem for­dert PRO ASYL drin­gend prak­ti­ka­ble Lösun­gen für die Umset­zung des Rechts auf Fami­li­en­nach­zug umzusetzen:

  • Ver­tre­tung für Bot­schaft Tehe­ran bestim­men: Über­trag der Zustän­dig­keit für Visa­an­trä­ge an ande­re deut­sche Aus­lands­ver­tre­tun­gen in den Nach­bar­län­dern oder Glo­bal­zu­stän­dig­keit festlegen
  • diplo­ma­ti­sche Bemü­hun­gen mit Anrai­ner­staa­ten inten­si­vie­ren, damit die­se Afghan*innen ermög­li­chen, in ihrem Land mit Kurz­zeit­vi­sa Bot­schafts­ter­mi­ne wahrzunehmen
  • Ver­fah­ren beschleu­ni­gen u.a. durch Digi­ta­li­sie­rung der Visa­ver­fah­ren, Zusam­men­ar­beit mit exter­nen Dienst­leis­tern und Auf­sto­ckung von Botschaftspersonal
  • alle auf den War­te­lis­ten der Bot­schaft Tehe­ran regis­trier­ten Per­so­nen trans­pa­rent über das wei­te­re Ver­fah­ren und die Mög­lich­kei­ten der Antrag­stel­lung informieren
  • Min­der­jäh­ri­ge Geschwis­ter als Teil der Kern­fa­mi­lie in den Fami­li­en­nach­zug aufzunehmen

 

 

 

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