23.07.2026

Es war aus Sicht von PRO ASYL nur eine Fra­ge der Zeit. Aus einem aktu­el­len Erlass des Hes­si­schen Innen­mi­nis­te­ri­ums geht her­vor, dass die bis­he­ri­ge Beschrän­kung bei afgha­ni­schen Staats­an­ge­hö­ri­gen auf Straf­tä­ter und soge­nann­te Gefähr­der bei Abschie­bun­gen auf­ge­ho­ben wurde.

Die Geschäfts­füh­re­rin von PRO ASYL, Helen Rezene:

„Was wir jetzt erle­ben, zeigt, wohin eine moral- und wer­te­be­frei­te Poli­tik führt: Zunächst wer­den beson­ders unbe­lieb­te Per­so­nen­grup­pen als Tür­öff­ner genutzt, um Abschie­bungs­deals mit dem isla­mis­ti­schen Tali­ban­re­gime zu legi­ti­mie­ren. Men­schen­rech­te spie­len dabei kei­ne Rol­le, und die Nor­ma­li­sie­rung des immer noch inter­na­tio­nal geäch­te­ten Regimes wird bil­li­gend in Kauf genom­men. Nach die­sen Tabu­brü­chen droht nun immer mehr Men­schen die Abschie­bung nach Afgha­ni­stan. Genau davor haben wir von Beginn an gewarnt.“

Die Men­schen­rechts­la­ge unter den Tali­ban ist kata­stro­phal: Frau­en und Mäd­chen wer­den sys­te­ma­tisch ent­rech­tet, Min­der­hei­ten und Anders­den­ken­de ver­folgt und Men­schen sind will­kür­li­cher Gewalt und Repres­si­on ausgesetzt. 

Helen Reze­ne:

„Der­zeit sit­zen Men­schen in Abschie­be­haft, die kei­ne Straf­ta­ten began­gen haben und vor den Tali­ban geflüch­tet sind – und nun befürch­ten müs­sen, dem­nächst nach Afgha­ni­stan abge­scho­ben zu wer­den. Die­sen Men­schen dro­hen dort schwe­re Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen, ihre Zukunft ist völ­lig unge­wiss. Sie ban­gen um ihr Leben, weil die aktu­el­le Abschie­bungs­po­li­tik das Risi­ko erhöht, dass Schutz­su­chen­de in eine lebens­ge­fähr­li­che Situa­ti­on zurück­ge­sto­ßen wer­den. PRO ASYL for­dert des­halb einen  gene­rel­len Abschie­bungs­stopp nach Afghanistan.”

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