28.07.2026

In der ver­gan­ge­nen Nacht ist erneut ein Abschie­be­flug nach Afgha­ni­stan gestar­tet. Obwohl die Ver­ein­ten Natio­nen ein­dring­lich vor zwangs­wei­sen Rück­füh­run­gen war­nen, setzt Deutsch­land sei­ne fata­le Abschie­bungs­po­li­tik fort.

Ein von PRO ASYL unter­stütz­ter, nicht vor­be­straf­ter Betrof­fe­ner war dank einer erfolg­rei­chen recht­li­chen Inter­ven­ti­on nicht an Bord.
Nach Anga­ben von Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Alex­an­der Dob­rindt befand sich unter den nach Kabul abge­scho­be­nen Men­schen erst­mals auch ein nicht vor­be­straf­ter Mann.

Helen Reze­ne, Geschäfts­füh­re­rin von PRO ASYL:

„Was wir der­zeit erle­ben, zeigt, wohin eine Poli­tik führt, die sich von mora­li­schen Maß­stä­ben und men­schen­recht­li­chen Grund­sät­zen ver­ab­schie­det: Zunächst wur­den beson­ders stig­ma­ti­sier­te Per­so­nen­grup­pen als Tür­öff­ner genutzt, um Abschie­bungs­ab­spra­chen mit dem isla­mis­ti­schen Tali­ban-Regime zu legi­ti­mie­ren. Men­schen­rech­te spiel­ten dabei kei­ne Rol­le. Zugleich wur­de die schritt­wei­se Nor­ma­li­sie­rung eines inter­na­tio­nal wei­ter­hin geäch­te­ten Regimes bil­li­gend in Kauf genommen.
Nun fällt die nächs­te Schran­ke: Erst­mals wur­de auch ein nicht vor­be­straf­ter Mensch nach Afgha­ni­stan abge­scho­ben. Genau vor die­ser Ent­wick­lung haben wir von Beginn an gewarnt. Die fata­le deut­sche Kum­pa­nei mit den Tali­ban ist ein mora­li­scher Bank­rott – und ein Bären­dienst im Kampf gegen den Islamismus.“

Die poli­ti­sche Ver­harm­lo­sung des Tali­ban-Regimes schlägt sich zuneh­mend auch in den Ent­schei­dun­gen des Bun­des­am­tes für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge nie­der. Trotz der kata­stro­pha­len Men­schen­rechts­la­ge erhal­ten immer mehr afgha­ni­sche Schutz­su­chen­de ableh­nen­de Beschei­de – und sind damit unmit­tel­bar von Abschie­bung bedroht.

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