18.09.2026

Die Lan­des­flücht­lings­rä­te und PRO ASYL sind sich einig: Men­schen­rech­te, Rechts­staat­lich­keit und eine star­ke Zivil­ge­sell­schaft müs­sen gera­de jetzt ver­tei­digt werden.

Wie lässt sich das Recht auf inter­na­tio­na­len Schutz ver­tei­di­gen, wenn auto­ri­tä­re und rechts­extre­me Kräf­te erstar­ken und  Men­schen­rech­te in Fra­ge gestellt wer­den? Wenn eine AfD bereits in ihrem Wahl­pro­gramm Rechts­brü­che ankündigt?

Don­ners­tag und Frei­tag tra­fen sich die Lan­des­flücht­lings­rä­te und PRO ASYL in Hal­le an der Saa­le. Die Bot­schaft des Tref­fens  ist ein­deu­tig: Wir wer­den das Feld nicht den Auto­ri­tä­ren über­las­sen. Flücht­lings­schutz war nie ein Geschenk poli­ti­scher Mehr­hei­ten. Er beruht auf Men­schen­rech­ten, rechts­staat­li­chen Garan­tien und den Erfah­run­gen aus Ver­fol­gung, Krieg und Entrechtung. 

“Asyl­po­li­tik dient als Test­feld für den auto­ri­tä­ren Gesell­schafts­um­bau. Flücht­lings­schutz ist ein Grad­mes­ser für den Rechts­staat. Wo Men­schen ent­rech­tet wer­den, steht mehr auf dem Spiel als das Asyl­recht. Des­halb braucht es gera­de jetzt eine star­ke, ver­netz­te und streit­ba­re Zivil­ge­sell­schaft”, so Saaeid Saaeid vom Flücht­lings­rat Sach­sen-Anhalt. “Geflüch­te­te in Sach­sen-Anhalt und ihre Unter­stüt­zen­den sind wei­ter auf die Soli­da­ri­tät und die kri­ti­sche Auf­merk­sam­keit aus der gan­zen Bun­des­re­pu­blik ange­wie­sen”, so Saaeid weiter.

„Die Ver­schär­fung des euro­päi­schen Asyl­sys­tems, rechts­wid­ri­ge Zurück­wei­sun­gen an den Gren­zen und das Kaputt­spa­ren unab­hän­gi­ger Bera­tung höh­len rechts­staat­li­che Garan­tien aus. Eine sol­che Poli­tik berei­tet den Boden dafür, Ent­rech­tung zu nor­ma­li­sie­ren. Dage­gen müs­sen sich demo­kra­ti­sche Kräf­te in Poli­tik und Zivil­ge­sell­schaft ent­schie­den stel­len“, erklärt Nora Brez­ger von PRO ASYL.

Freie Wohn­ort­wahl statt Zuweisung

Vie­le Men­schen im Asyl­ver­fah­ren, Men­schen mit Dul­dung sowie Men­schen mit gesi­cher­tem Auf­ent­halt und Wohn­sitz­auf­la­ge kön­nen ihren Wohn­ort nicht frei wäh­len. Sie sind an bestimm­te Orte gebun­den und benö­ti­gen für einen Wech­sel häu­fig eine behörd­li­che Genehmigung.
Ange­sichts der aktu­el­len poli­ti­schen Situa­ti­on wird die­se Ein­schrän­kung der Bewe­gungs­frei­heit beson­ders sicht­bar. Wer sich ange­sichts des Wahl­er­geb­nis­ses in Sach­sen-Anhalt dort nicht mehr sicher fühlt oder sei­ne Zukunft an einem ande­ren Ort sieht, kann nicht ohne Wei­te­res umziehen.
Die aktu­el­le Situa­ti­on zeigt des­halb beson­ders deut­lich: Wer Men­schen vor Unsi­cher­heit schüt­zen will, muss ihnen auch Hand­lungs­mög­lich­kei­ten geben. Dazu gehört die freie Wahl des Lebensmittelpunkts.

Die Flücht­lings­rä­te und PRO ASYL begin­nen nicht bei null

Unse­re Stär­ke liegt im lan­gen Atem. Wir wis­sen, dass die kom­men­den Jah­re schwie­rig wer­den. Aber wir wis­sen auch, was soli­da­ri­sche Netz­wer­ke kön­nen. Wir wer­den wei­ter genau hin­se­hen, Öffent­lich­keit her­stel­len, Men­schen zusam­men­brin­gen und dort wider­spre­chen, wo Geflüch­te­te ent­rech­tet wer­den. Denn Men­schen­rech­te gel­ten für alle Menschen.

Soli­da­ri­tät braucht Struk­tu­ren. Wider­stand braucht Netz­wer­ke. Und bei­des braucht gesell­schaft­li­chen Zusammenhalt.

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