Desolate Menschenrechtslage in Afghanistan – sinkende Schutzquote in Deutschland

May 2026

Deutsch­land schiebt wie­der Men­schen nach Afgha­ni­stan ab, jun­ge allein­ste­hen­de Män­ner erhal­ten kaum noch Asyl und schutz­brin­gen­de Auf­nah­me­pro­gram­me wur­den aus­ge­setzt. Damit bricht Deutsch­land das Völ­ker­recht und igno­riert die deso­la­te men­schen­recht­li­chen sowie huma­ni­tä­ren Umstän­de. PRO ASYL ana­ly­siert die Lage in einem Poli­cy Paper.

Die Men­schen­rechts­la­ge in Afgha­ni­stan ist deso­lat. Von Ent­rech­tung und Repres­si­on sind ins­be­son­de­re Frau­en und
Mäd­chen, Ange­hö­ri­ge der LGBTIQ*-Community sowie Ange­hö­ri­ge eth­ni­scher und reli­giö­ser Min­der­hei­ten betrof­fen. Das Regime beschnei­det die Mei­nungs­frei­heit dras­tisch und hat mit dem neu­en Straf­ge­setz ein nach gesell­schaft­li­chen Klas­sen dif­fe­ren­zier­tes Jus­tiz­sys­tem ein­ge­führt. Die Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen tref­fen alle, die sich nicht voll­stän­dig den Tali­ban und ihren immer schär­fer wer­den­den Regeln unterwerfen.

Für das Poli­cy Paper »Deso­la­te Men­schen­rechts­la­ge in Afgha­ni­stan – sin­ken­de Schutz­quo­te in Deutsch­land« hat PRO ASYL rund 50 nega­ti­ve Beschei­de aus den Jah­ren 2024 bis 2026 ana­ly­siert. Dabei wird deut­lich: Das Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge (BAMF) ver­kennt die Will­kür der Tali­ban, unter­stellt ihnen ein ratio­na­les und kal­ku­lier­ba­res Ver­fol­gungs­han­deln und prüft kaum das Risi­ko von Fol­ter oder ernied­ri­gen­der Behand­lung sowie die Aus­wir­kun­gen des repres­si­ven Regimes.

Mai 2026, 17 S.