Hinter Gittern: Inhaftierte Kinder im Lager „Pagani“ auf Lesbos, August 2009

Flüchtlingshilfe in Griechenland - unser Projekt vor Ort

Griechenland ist für tausende schutzsuchender Menschen das Tor nach Europa. In kleinen Schlauchbooten wagen sie die Überfahrt von der Türkei zu den griechischen Inseln. Wer nicht von der Küstenwache und FRONTEX-Verbänden zurückgedrängt wird, den erwarten bei Ankunft im EU-Mitgliedstaat Griechenland weder Sicherheit noch Schutz. Seit Jahren dokumentiert PRO ASYL systematische Menschenrechtsverletzungen, überfüllte Haftlager und das Fehlen eines funktionierenden Asylsystems. Hier ist das die europäische Realität. Es besteht dringender Handlungsbedarf, denn ohne zivilgesellschaftlichen Druck und Einsatz ist eine Verbesserung dieser katastrophalen Verhältnisse nicht zu erwarten. Um Schutzsuchenden in Griechenland zur Seite stehen zu können, ist PRO ASYL seit 2008 mit einem Kooperationsprojekt vor Ort.

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Skandalöser Pakt mit Syrien

Unfaire Gerichtsverfahren, willkürliche Inhaftierung, Verfolgung, Schikanierung und Folter sind in der syrischen Diktatur tägliche Realität. Trotzdem setzt Deutschland tatkräftig ein Abkommen zur Abschiebung in den Unrechtsstaat um. 2008 wurde ein bilaterales Rücknahmeabkommen unterzeichnet. Seit dessen Abschluss betreibt die Bundesregierung Abschiebepolitik in die Rechtlosigkeit.

Dramatische Fakten zum Schicksal von aus Deutschland abgeschobenen Syrern erhält ein erst jetzt bekannt gewordener „Ad hoc-Ergänzungsbericht zum Bericht über die asyl- und abschiebungsrelevante Lage in der Arabischen Republik Syrien“. Trotzdem werden bedenkenlos auch Familien zur Rückkehr gezwungen. Zahlreiche Menschenrechtsorganisationen haben zusammen mit PRO ASYL die Bundesregierung aufgefordert, das Rückübernahmeabkommen unverzüglich auszusetzen und einen sofortigen Abschiebungsstopp nach Syrien zu verhängen.

Reise ohne Rückkehr - Endstation Frankfurter Flughafen

Der neue Kurzfilm von Güclü Yaman zeichnet das Schicksal des Flüchtlings Aamir Ageeb nach, der 1999 während seiner Abschiebung getötet wurde. Gefesselt und mit Helm wurde der sudanesische Flüchtling im Flugzeug niedergedrückt und erstickte, die verantwortlichen Beamten kamen mit Bewährungsstrafen davon. Der Fall Ageeb ist kein Einzelfall. Immer wieder kommen Menschen ums Leben, die sich gegen ihre Abschiebung wehren. Mehr zum Film >>

Griechenland verletzt EU-Asylrecht - Beschwerde bei der Europäischen Kommission eingereicht

PRO ASYL hat zusammen mit anderen Flüchtlingsorganisationen eine Beschwerde bei der Europäischen Kommission eingereicht. Sie fordern, nicht mehr abzuwarten und endlich vor dem Europäischen Gerichtshof ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Griechenland wegen der Missachtung aller zentralen europäischen Asylrichtlinien einzuleiten.

NGO-Beschwerde gegenüber EU-Kommission zu Griechenland (PDF)

 

Gegen Lagerzwang
für Flüchtlinge!
Für ein humanes Bleiberecht!

80.000 Menschen in Deutschland werden gezwungen, in Lagern zu leben. Das Lagerleben bedeutet zumeist:
Viele Menschen auf engstem Raum, kein Privatleben, Arbeitsverbote, keine ausreichende medizinische Versorgung, Anwesenheitskontrollen, Essenspakete. Viele Betroffene werden krank angesichts dieser Zustände. Es ist an der Zeit, diesen andauernden Skandal zu beenden.

Faltblatt zum Lagerzwang (PDF)
Faltblatt zum Bleiberecht (PDF)

 

 

 

 

Hungerstreik als letztes Mittel

05.02.10

Seit Ende Januar protestieren mehr als 20 Bewohner der Flüchtlingsunterkünfte in Hauzenberg und Breitenberg in Niederbayern gegen ihre schlechten Lebensbedingungen im... mehr >>

Bootsflüchtlinge aus Haft entlassen

27.01.10

Die 124 Bootsflüchtlinge, die vergangene Woche auf Korsika aufgegriffen wurden, sind aus der Abschiebungshaft entlassen worden. Sie waren zunächst ohne Zugang zu... mehr >>

Symbolische Flüchtlingsaufnahme aus Malta

18.01.10

Deutschland plant, 100 auf Malta gelandete Bootsflüchtlinge aufzunehmen. Damit kommt die Bundesregierung einer Bitte des Europäischen Rats aus dem letzten Jahr nach. In... mehr >>

Presseerklärungen von PRO ASYL

Die griechische Misere bedroht den Flüchtlingsschutz

04.02.10

PRO ASYL: Solidarität mit Griechenland statt Abschiebung der Verantwortung

PRO ASYL appelliert an die Bundesregierung angesichts der Wirtschaftsmisere... mehr >>

Bundestagsinnenausschuss debattiert über deutsch-syrisches Rückübernahmeabkommen

27.01.10

PRO ASYL fordert förmlichen Abschiebungsstopp

Heute beschäftigt sich der Innenausschuss des Deutschen Bundestages mit Anträgen von Bündnis 90 / Die... mehr >>

Dossier zur Situation auf Lesbos

Minderjährige Flüchtlinge werden in Griechenland wie Erwachsene behandelt und als "illegale Einwanderer" betrachtet. Sie werden inhaftiert, vegetieren unter menschenunwürdigen Bedingungen dahin oder landen in der Obdachlosigkeit. Der griechische Staat sorgt weder für Unterkunft noch für soziale oder medizinische Unterstützung. Auf Lesbos waren im besonders berüchtigten Haftlager Pagani zeitweise bis zu tausend Menschen eingepfercht, darunter zahlreiche Minderjährige. Roland Kirbach schildert die Situation sehr eindringlich im aktuellen Dossier der ZEIT: Der Kinderknast von Lesbos

Zum Griechenland-Projekt der Stiftung PRO ASYL >>

Abschiebungen in den Kosovo stoppen

Abgeschobene Roma und Angehörige anderer Minderheiten haben im Kosovo kaum eine Chance, eine menschenwürdige Existenz zu begründen. Ihnen steht ein Leben am Rande des physischen Existenzminimums bevor. Trotzdem bekräftigt die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage ihren Willen, diese Menschen in den Kosovo abzuschieben. Die vielfach belegten Diskriminierungen werden darin relativiert oder verneint.

PRO ASYL hat bereits im vergangenen Jahr einen Recherchebericht zur desolaten Lebenssituation von Roma und Angehörigen anderer Minderheiten im Kosovo veröffentlicht. Ein Bericht der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zur Umsetzung der Strategie zur Reintegration von repatriierten Personen in den kosovarischen Gemeinden bestätigt, dass die Betroffenen buchstäblich im Nichts landen. PRO ASYL fordert die Innenminister des Bundes und der Länder deshalb auf, aus den Berichten die Konsequenzen zu ziehen und die Abschiebungen zu stoppen.

Foto: Florian Bachmeier