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01.12.2008

Heribert Prantl erhält Ketteler-Preis. Preisgeld geht an die STIFTUNG PRO ASYL

Heribert Prantl, der Leiter des Ressorts Innenpolitik der Süddeutschen Zeitung, wurde am Sonntag, den 30.11.2008 in Mainz mit dem Ketteler-Preis der Stiftung der Arbeit und der sozialen Sicherung (ZASS) der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands (KAB) geehrt.

Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro geht nach dem Willen des Preisträgers an die STIFTUNG PRO ASYL. Heribert Prantl begründet seine Entscheidung mit folgenden Worten:

"Als ich vor 21 Jahren Journalist geworden bin, war Pro Asyl die erste engagierte Gruppe, auf die ich traf: PRO ASYL war die Stimme der Humanität in den entsetzlichen politischen Debatten zur Ausländer- und Flüchtlingspolitik. Diese Stimme der Humanität ist PRO ASYL geblieben, und sie ist immer lauter und kräftiger geworden. Das Preisgeld von 10 000 Euro, das ich PRO ASYL stifte, soll eine Art Hustenbonbon sein: Auf dass diese Stimme laut und kräftig bleibe."

Der Vorsitzende von PRO ASYL, Jürgen Micksch, bedankte sich bei Herrn Heribert Prantl und der Stiftung Zukunft der Arbeit und der sozialen Sicherung für die großzügige Unterstützung. Das Preisgeld wurde am Sonntag in einer feierlichen Festveranstaltung im Ketteler-Saal des Erbacher Hofes in Mainz an die STIFTUNG PRO ASYL übergeben.

Die STIFTUNG PRO ASYL wurde 2002 gegründet. Sie setzt sich vor allem für die Einhaltung der Menschenrechte an den Grenzen Europas ein. So wurden Projekte in Griechenland, Spanien und der Ukraine initiiert, um gegen Menschenrechts­verletzungen und die Misshandlung von Flüchtlingen vorzugehen. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Situation von Flüchtlingen aus Afghanistan und dem Irak, die in Griechenland unter menschenunwürdigen Verhältnissen leben müssen. Minderjährige Flüchtlinge sind besonders hart betroffen. Bei ihrem Versuch, über das Mittelmeer auf eine griechische Insel zu gelangen werden sie abgefangen und gemeinsam mit Erwachsenen bis zu 3 Monate inhaftiert. Sie haben noch nicht einmal die Möglichkeit, ihre Fluchtgründe vorzutragen.

Jürgen Micksch unterrichtete bei der Preisübergabe darüber, dass PRO ASYL die Initiative ergriffen hat und gemeinsam mit UNHCR Griechenland, dem Ecumenical Refugee Program und lokalen Solidaritätsgruppen, über 100 unbegleitete Minderjährige aus dem Haftlager befreien und in einem Durchgangszentrum in Agiassos unterbringen konnte. In dem Projekt arbeiten eine Rechtsanwältin und ein Übersetzer. Sie helfen, besonders Schutzbedürftige zu identifizieren und Ver­wandte in anderen europäischen Ländern zu kontaktieren.

Das Preisgeld ist ein bedeutender Beitrag zur Unterstützung der Menschenrechtsarbeit der STIFTUNG PRO ASYL.

gez. Dr. Jürgen Micksch

Vorsitzender


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