Sie sind hier: Home > Über uns > Stiftung > Preisträger > Preisträgerin 2008

Preisträgerin 2008

Preisträgerin Marianna Tzeferakou mit dem Vorsitzenden der Stiftung, Dr. Jürgen Micksch

Marianna Tzeferakou wurde für Ihren leidenschaftlichen, hartnäckigen und kompetenten Einsatz für Schutzsuchende an der europäischen Außengrenze sowie den griechischen Haftlagern mit der PRO-ASYL-Hand ausgezeichnet. Marianna Tzeferakou hat in dramatischen Einzelfällen die illegale Zurückschiebung von Flüchtlingen verhindert und eine öffentliche Diskussion über die Menschenrechtsverletzungen in Griechenland angestoßen.

Der Preis wurde Frau Tzeferakou am 06. September stellvertretend für die Group of Lawyers - die griechische Anwaltsvereinigung für die Rechte von Flüchtlingen und Migranten - sowie den Solidaritätsgruppen auf Chios, Samos und Lesbos in Frankfurt überreicht.

>> Laudatio 

>> Presseerklärung

Die Athener Rechtsanwältin Marianna Tzeferakou engagiert sich seit elf Jahren für die Rechte derer, die sie als die verletzlichste Gruppe der Gesellschaft bezeichnet. Seit 2001 vertritt sie als niedergelassene Anwältin Flüchtlinge, die in griechischen Haftlagern von Abschiebung bedroht sind. Menschen auf der Flucht werden, sobald sie griechischen Boden betreten, obligatorisch bis zu drei Monate inhaftiert. Oftmals ohne einen Asylantrag stellen zu können. Darunter auch Babys, Schwangere, Familien, Behinderte, Folteropfer und Schwerkranke. Ausnahmslos und unter Bruch des Völkerrechts wird gegen alle Neuankömmlinge eine Abschiebungsanordnung verhängt. Die Haftbedingungen sind menschenunwürdig. Das Aufnahme- und Asylsystem ist vollkommen unzureichend. Asylsuchende bleiben in Griechenland auch während des laufenden Verfahrens vielfach obdachlos und ohne jede soziale Unterstützung.

Für das, was an den griechischen Außengrenzen geschieht, trägt auch die Europäische Union Verantwortung: Die EU macht ihre Außengrenzen dicht und übt damit Druck auf die griechische Regierung aus. In diesem Zusammenhang sind auch die Operationen der europäischen Grenzagentur FRONTEX im Mittelmeer skeptisch zu beurteilen.

Es ist dem Mut von couragierten Frauen wie Marianna Tzeferakou zu verdanken, dass Zurückweisungen, Misshandlungen und die willkürliche Behandlung von Schutzsuchenden sowohl in Griechenland als auch in Europa ins Licht der Öffentlichkeit rücken.

[taz, 05.09.2008] [ND, 05.09.2008] [taz, 06.09.2008] [ND, 06.09.2008]

Marianna Tzeferakou wird diese Woche in Kooperation mit der Stiftung PRO ASYL auf weiteren Veranstaltungen in Bielefeld, Essen und Bad Boll über die Situation in Griechenland und FRONTEX-Einsätze referieren.

News

Konferenzbericht erschienen: Für das Recht zu gehen – und zu bleiben

20.12.10

PRO ASYL unterstützt Selbsthilfeprojekt in Mali  mehr >>

Leistungen für Asylbewerber verfassungswidrig? – Kein Thema

26.11.10

Die Konferenz der Arbeits- und Sozialminister (ASMK) ist gestern mit einem dürftigen Ergebnis zu Ende gegangen. Auf der Tagesordnung standen unter anderem die Leistungen... mehr >>

Endlich anerkannt

10.11.10

Die Trägerin des Menschenrechtspreises 2009 der STIFTUNG PRO ASYL, Nissrin Ali, ist nach jahrelanger Ungewissheit endlich als Flüchtling anerkannt worden. Sie hat sich... mehr >>