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Preisträger 2010: Gabriele del Grande

Der italienische Journalist Gabriele del Grande dokumentiert seit Jahren Menschenrechtsverletzungen an den Grenzen Europas. Mit seinen akribischen Recherchen und Publikationen trägt er maßgeblich dazu bei, dass die Opfer der gnadenlosen Abschreckungspolitik Europas nicht vergessen werden. Gabriele
del Grande hat zahlreiche Flüchtlinge interviewt, ihnen eine Stimme und ein Gesicht gegeben. Sein Blog „Fortress Europe“ ist zu einer der wichtigsten Dokumentationsstellen gegen die europäische Abschottung geworden. Seine alarmierenden Nachforschungen zur völkerrechtswidrigen Zurückweisung von Hunderten Flüchtlingen im Sommer 2009 durch italienische Grenzschützer nach Libyen haben international große Beachtung gefunden. Für seine mutige Arbeit zeichnet die STIFTUNG PRO ASYL Gabriele del Grande mit der PRO ASYL Hand 2010 aus.

Rede zur Preisverleihung >>

Laudatio von Ilija Trojanow >>

3 Fragen an Gabriele del Grande

Presseerklärung anlässlich der Verleihung der PRO ASYL Hand an Gabriele del Grande

Porträt Gabriele del Grandes anlässlich der Verleihung des PRO ASYL Menschenrechtspreises 2010 (Frankfurter Rundschau)

Kurzporträt Gabriele del Grandes aus gleichem Anlass (Neues Deutschland)

Den Toten Gerechtigkeit - Kommentar von Gabriele del Grande zum Schicksal der 77 Eritreer, die 2009 vor Lampedusa ums Leben kamen, und den Ursachen und Folgen der Tragödie

Interview mit Gabriele del Grande zu seiner Arbeit und seinem Buch "Mamadous Fahrt in den Tod"

 

3 Fragen an Gabriele del Grande

Wie bist du zu dem Thema gekommen?

Am Anfang, im Jahr 2005, habe ich einen Artikel über die Opferzahlen im Mittelmeer recherchiert. Dann habe ich den Blog „Fortress Europe“ angefangen. 2006 begann ich, Flüchtlinge zu interviewen. Das war der Wendepunkt: am Anfang waren es nur Zahlen, aber dann wurden aus den Zahlen Geschichten. Wenn du die Menschen kennenlernst, kannst du nicht mehr aufhören.

Was hast du in Libyen erlebt?

Die Gefängnisse, die Bedingungen dort sind unmenschlich. Ich erinnere mich an den Gestank. Es ist hart, sich dem Gefängnis überhaupt zu nähern, weil es so stinkt. Viele Menschen in einem Raum, ohne funktionierende sanitäre Einrichtungen. Unter diesen Bedingungen verlieren die Menschen ihre Würde. In Misratah habe ich Leute in meinem Alter getroffen, die waren schon zwei oder drei Jahre inhaftiert, ohne zu wissen, ob und wann sie entlassen werden. Sie verschwenden ihr Leben im Gefängnis. Auch Kinder waren dort inhaftiert.

Was bedeutet der Preis für dich?

Er ist wichtig für mich und ich freue mich darüber. Es ist paradox: hier wird mir ein Preis verliehen und in Italien bekomme ich keine feste Stelle. Der PRO ASYL Preis bedeutet, dass meine Arbeit anerkannt wird, auch über die Grenzen Italiens hinaus.

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