Jahresbericht 2005 der Stiftung Pro Asyl
Algerien
Algeria-Watch e.V. ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Berlin und Paris. Seit 1997 wird regelmäßig eine Algeria-Watch-Infomappe herausgegeben. Darin werden Materialien zur Situation in Algerien zusammengetragen und eigene Beiträge und Berichte zur Menschenrechtslage in diesem Land veröffentlicht. Diese Dokumentation erweist sich immer wieder als sehr nützlich für Flüchtlingsgruppen und Rechtsanwälte, die mit algerischen Flüchtlingen zusammenarbeiten.
Um die Weiterführung dieses Projekts zu gewährleisten, unterstützten wir algeria watch 2005 bereits im 3. Jahr. Ein aktueller Schwerpunkt war die Auswertung algerischer Presseberichte, um Informationen über die Kriminalisierung von Flüchtlingen aus der südlichen Sahara zu erhalten. Durch das Flüchtlingsdrama in Ceuta und Melilla im Sommer 2005 hat dieses Thema erneut an Aktualität gewonnen.
Die Infomappe ist auf der Website von http://www.algeria-watch.org einsehbar. Die Fördersumme der Stiftung PRO ASYL betrug 2.000,00 Euro. [zurück]
Afghanistan
Mitte April 2005 kehrte eine deutsche Delegation, bestehend aus Rechtsanwalt Victor Pfaff als Beauftragtem der Stiftung PRO ASYL, zwei weiteren Anwälten und einer Richterin, aus Afghanistan zurück. Die Delegation besuchtedrei Wochen lang Unterkünfte von Rückkehrern und sprach mit politisch Verantwortlichen, internationalen Hilfsorganisationen und betroffenen Menschen. Die Reise brachte wichtige Erkenntnisse über die Lebensumstände in Afghanistan und auch zu der Fragestellung, unter welchen Voraussetzungen eine Rückführung afghanischer Flüchtlinge ohne Gefahr für Leib und Leben möglich ist.
Das Ergebnis ist in der Broschüre „Rückkehr nach Afghanistan" ausführlich dokumentiert und wird bereits gerichtsverwertbar eingesetzt. Diese Broschüre steht zum Download bereit oder kann bei Pro Asyl bestellt werden. Für die Recherchereise wurden insgesamt 8.000 Euro bereitgestellt.
Kosovo
Nicolaus v. Holtey. berät bei Pax Christi, Bistum Freiburg, Roma und Ashkali aus dem Kosovo und unternahm mehrere Reisen in den Kosovo. Dabei beobachtete er Abschiebungen und führte Recherchen zur Lebenssituation der Minderheiten der Roma und Ashkali durch. Ein Interview mit Nicolaus v. Holtey mit einer inhaltlichen Einführung von Stephan Dünnwald, Bayerischer Flüchtlingsrat, finden Sie auf unserer Homepage. Das Projekt wurde von der Stiftung PRO ASYL mit 700,00 Euro unterstützt.
Robin Wagener stellte für uns Informationen zur psychotherapeutischen Versorgung im Kosovo in einer Dokumentation zusammen. Diese enthält u.a. Urteile und Beschlüsse, Gutachten und Stellungnahmen von Behörden zum Thema „posttraumatische Belastungsstörung und Abschiebungen in das Kosovo". Die 30-seitige Dokumentation (Stand 1. Juni 2005) kann kostenlos bei PRO ASYL angefordert werden.
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Polen
Die Stiftung PRO ASYL und die Stiftung Fundacja Polska Akcja Humanitarska Krakau bewarben sich gemeinsam erfolgreich mit ihrem Projekt "Hier anders sein - gemeinsame Erfahrung, eine Zukunft" beim Förderwettbewerb "Städtepartnerschaft - Bürgerpartnerschaft" der Robert-Bosch-Stiftung und der Stefan-Batory-Stiftung. Auch das Internationale Referat der Stadt Frankfurt beteiligte sich mit einem Zuschuss. Der zur Verfügung zu stellende Eigenanteil betrug 2.100,00 Euro.
In dem von August 2005 bis März 2006 dauernden Projekt haben Freiwillige aus Deutschland und Polen gemeinsam mit multikulturellen Familien in Frankfurt und Krakau zusammengearbeitet. Sie versuchten die Frage nach der Integration und Adaptation der jeweiligen Familie in die Aufnahmegesellschaft zu beantworten. Interviews, Mitschnitte und Photos, die während der Arbeit entstanden sind, dienen als Grundlage für einen 30 Minuten langen zweisprachigen Dokumentarfilm sowie für eine Fotoausstellung. Der gemeinsam erarbeitete Film kann kostenlos bei PRO ASYL bestellt werden und darf von Pädagogen, Lehrern, Betreuern und allen Institutionen, die sich für Toleranz und Menschenrechte engagieren, kopiert werden.
Unterstützt wurde das Projekt durch: Magistrat der Stadt Frankfurt/Main, Magistrat der Stadt Krakau, Verkehrsbetriebe MPK S.A. in Krakau, Galerie BUNKIER SZTUKI, Firma AB City Tour, Firma JAN-POL S.A. [zurück]
Türkei
Im Auftrag der Stiftung PRO ASYL nahm Martin Rozumek von der tschechischen „Organization for Aid to Refugees" (OPU) im Juni 2005 an einer Studienreise in die Türkei teil. Die Reise wurde durchgeführt vom evangelischen Oberkirchenrat Karlsruhe und dem Diakonischem Werk Baden in Kooperation mit der Evangelischen Kirche in Deutschland und Churches Commission for Migrants in Europe. Der Bericht von Martin Rozumek enthält einen Überblick zur Flüchtlingssituation in der Türkei, die Kurden-Problematik sowie einige Überlegungen zur Mitgliedschaft der Türkei in der Europäischen Union. In nicht authorisierter Übersetzung ist der Bericht auch auf Deutsch verfügbar. Die Fördersumme: 1.049,00 Euro.
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Slowenien
Der Bayerische Flüchtlingsrat unternahm im Juli 2005, unterstützt durch einen Zuschuss der Stiftung PRO ASYL, eine Recherchereise nach Ljubljana, um die Situation einer kosovarischen Familie zu ermitteln und die Umstände ihrer Abschiebung aus Deutschland zu dokumentieren. In der Folge wurden weitere Gelder zur Unterstützung der Familie (Mietzahlung, psychotherapeutische Behandlung) bewilligt. Eine umfangreiche zusammenfassende Dokumentation wird im Frühjahr 2006 vorliegen. Insgesamt wurden 1.300,00 Euro bewilligt.
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Europäische Asylrechtstagung
Der Stiftung PRO ASYL unterstützte die 8. Europäische Asylrechtstagung „Transit auf dem Balkan" der Evangelischen Kirche im Rheinland, die im September 2005 in Sarajewo stattfand. Im Rahmen der Tagung wurden Einrichtungen für Flüchtlinge und Asylsuchende ebenso wie kirchliche und andere Flüchtlingsinitiativen besucht und Expertenreferate zur Situation von Asylsuchenden in den (neuen) EU-Mitgliedsstaaten gehalten. Eine Dokumentation zu dieser Tagung liegt Mitte Februar vor. Weitere Informationen bei der Evangelischen Kirche im Rheinland. Das Projekt wurde mit 1.000,00 Euro gefördert.
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Seminar zu Dublin II
Das Seminar mit dem Thema "Auswirkungen der EU-Zuständigkeitsregelungen im Rahmen der Dublin II-Verordnungen auf den Flüchtlingsschutz in Mitteleuropa" musste vom geplanten Zeitpunkt November 2005 auf Ende Januar 2006 verschoben werden und wurde mittlerweile in Prag durchgeführt. Auch Vertreter von UNHCR und dem Europäischen Flüchtlingsrat ECRE waren zu diesem an Bedeutung gewinnenden Thema anwesend. Für die Durchführung stellte die Stiftung 2.000,00 Euro zur Verfügung.
Den Seminarbericht finden Sie hier.
Flüchtlingsschutz in Europa: EU-Projekt ICF II

- Velm, Slowenien
Information and Cooperation Forum - Cross-border Asylum Network
Aufbau von Strukturen und Vernetzung mit osteuropäischen Flüchtlingsorganisationen
Wie beim ersten EU-mitfinanzierten Projekt (ICF I) bezuschusste die Stiftung PRO ASYL auch in der neuen Projektlaufzeit die Länderberichte der neuen EU-Beitrittsstaaten Tschechien (OPU), Slowenien, Slowakei und Ungarn mit je 500,00 Euro.
Stiftung und Förderverein PRO ASYL setzen seit 01.12.2005 dieses von der EU geförderte Projekte unter dem Namen „ICF II" bis 31.05.2007 fort.
Als Projektziel wird beschrieben, dass strukturelle Fragen der Aufnahme von Asylsuchenden wie z.B. Unterbringung, Sozialleistungen, medizinische Versorgung, Zugang zu Arbeitsmarkt und Bildung, Sozialarbeit und Beratung, Freizeitmöglichkeiten und die Beteiligung von Flüchtlingen untersucht werden. Besondere Beachtung findet dabei die Situation von
- Traumatisierten und Folteropfern
- Schwangeren und Familien
- Unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen
- sogenannten Dublin II-Fällen
- Asylsuchenden in geschlossenen Aufnahmeeinrichtungen
Informationen erhalten Sie fortlaufend auf der PRO ASYL-Homepage sowie mittels eines zweimonatlich erscheinenden newsletters. Für die gesamte Laufzeit beteiligt sich die Stiftung Pro Asyl mit einem Anteil in Höhe von 15.000 Euro an diesem Gemeinschaftsprojekt.
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Die Trägerin des Menschenrechtspreises 2009 der STIFTUNG PRO ASYL, Nissrin Ali, ist nach jahrelanger Ungewissheit endlich als Flüchtling anerkannt worden. Sie hat sich... mehr >>


