Wenn der Asylantrag endgültig abgelehnt ist...

- Najibe
... wird ein Flüchtling aufgefordert, Deutschland zu verlassen. Meistens hat er dazu einen Monat Zeit, in bestimmten Fällen auch weniger. Reist er nicht freiwillig aus, droht die Abschiebung.
Abschiebungen werden fast immer per Flugzeug durchgeführt. Jährlich werden mehrere tausend Menschen auf dem Luftweg aus Deutschland abgeschoben. Die Angst davor ist groß.
Einige Flüchtlinge versuchen, sich vor den Behörden zu verstecken und in der Illegalität zu leben.
Steht die Polizei zur Abschiebung vor der Tür, brechen manche Flüchtlinge zusammen. Andere setzen sich körperlich zur Wehr. Dann werden Abschiebungen mit Polizeibegleitung durchgeführt. Bei kranken Flüchtlingen fliegen manchmal Ärzte mit, gegebenenfalls auch nur, um zu verhindern, dass ein Flüchtling sich unterwegs das Leben nimmt. Auch Zwangsmittel wie Fesselungen und ruhigstellende Medikamente werden verwendet.
Unter bestimmten Bedingungen werden Menschen zur Sicherung der Abschiebung in Abschiebungshaft genommen. Die Haft kann bis zu 18 Monate dauern. Meist sind es Männer, die ins Abschiebungsgefängnis kommen, in geringerer Zahl aber auch Frauen und Kinder.
In vielen Bundesländern gibt es außerdem so genannte Ausreisezentren. Dort werden diejenigen eingewiesen, denen die Behörden unterstellen, dass sie ihre Identität nicht preis gegeben wollen oder nicht genug für die Passbesorgung getan haben.
In diesen Lagern erhalten die Flüchtlinge nichts als ein Bett und Kantinenessen. Viele Verbote und Alltagsbeschwernisse sollen die Menschen dort zur Mitwirkung an der eigenen Abschiebung bewegen (zurück).
Gefördert durch: Europäischen Flüchtlingsfonds ![]()
NAJIBA: In Afghanistan gibt es keine Zukunft für uns. Alleinerziehende Frauen können dort nicht leben. Ich fürchte mich, denn es sind immer noch die alten Leute da, die Fundamentalisten, auch in der Regierung. Die Flüchtlinge, die zurückkehren, schlafen unter freiem Himmel, weil der Krieg alles zerstört hat. Acht Jahre sind wir jetzt hier, meine jüngere Tochter ist 12. Sie weiß nichts mehr von Afghanistan. Ich habe große Angst vor der Abschiebung. Ich weiß nicht, was ich tue, wenn die Polizei kommt, um uns zu holen.
