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Presseerklärung, 20.07.2010

Verschnürt, verpackt, verschickt

Zeichnung eines Mithäftlings (Quelle: augenauf)

Die Schweizer Menschenrechtsorganisation augenauf hat die Umstände des Todes eines Nigerianers untersucht, der im März 2010 beim Versuch seiner Abschiebung in Zürich ums Leben kam. Die befragten Zeugen liefern ein erschreckendes Bild, wie die Abschiebungshäftlinge auf den Flug „vorbereitet“ wurden: die Betroffenen wurden zunächst mit Handschellen hinter dem Rücken gefesselt und es wurden ihnen teilweise zu enge Boxhelme über den Kopf gezogen. Dann wurden sie entkleidet und durchsucht, mussten stundenlang warten und wurden dann zum Flughafen gebracht. Mit Manschetten für Arme und Beine, Bauchgurten und Kabelbindern wurden die Abschiebungshäftlinge so gefesselt, dass sie nicht mehr alleine aufstehen oder gehen konnten, einige wurden an Plastikstühlen fixiert. Ein Zeuge gab an, wegen der engen Schnallen am Bauch mehrmals erbrochen zu haben. Im Flugzeug wurden die Betroffenen mit zusätzlichen Gurten an die Sitze gebunden. Erst einen Tag nachdem die Abschiebung schließlich abgebrochen wurde, erfuhr die Gruppe, dass einer von ihnen dabei zu Tode gekommen war. Nach zweimonatiger Pause werden seit Juni wieder Flug-Abschiebungen aus der Schweiz durchgeführt, allerdings bislang nicht nach Nigeria. Künftig sollen Mediziner an Bord jedes Fluges sein und die Kantone müssen Flugtauglichkeitsbescheinigungen vorlegen.

Ausführlicher Bericht: augenauf Bulletin Nr. 65 >>

 Wieder ein Toter bei Flugabschiebung (19.03.10)


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